Newsletter ausdruckenTHEMA DES MONATS

17.09.2008

Im Einsatz für die Gesellschaft: Bürgerschaftliches Engagement

Mehr als 20 Millionen Menschen sind in Deutschland ehrenamtlich engagiert und widmen einen Teil ihrer Freizeit anderen. Damit leistet jeder von ihnen seinen ganz persönlichen Beitrag für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft, denn eine funktionierende Bürgergesellschaft lebt immer auch von der Mitgestaltung ihrer Bürgerinnen und Bürger. Wenn wir an ziviles Engagement denken, dann fällt uns in aller Regel der freiwillige Feuerwehrmann ein, die ehrenamtliche Sporttrainerin im Verein oder der DRK-Helfer. All dieses Engagement verdient unsere Aufmerksamkeit und unseren Respekt. Aber es gibt noch viel mehr Menschen, die sich gesellschaftlich engagieren. Deshalb sind Aktionen wie die „Woche des bürgerschaftlichen Engagements“ vom 19. bis 28. September als Plattform wichtig, um auf das millionenfache Engagement der Bürgerinnen und Bürger hinzuweisen.

Aber bürgerschaftliches Engagement ist mehr als Ehrenamt. In Ländern wie den USA oder England, in denen die Tradition des versorgenden Sozialstaats nicht so ausgeprägt ist, setzt bürgerschaftliches Engagement seit jeher in all den Bereichen an, in denen die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland eher auf das Eingreifen des Staates vertrauen. Bäume pflanzen an der Straße, in der Nachbarschaft einen Spielplatz anlegen - das sind Aktivitäten, die in anderen Ländern oft von engagierten Bürgern ausgehen, die sich spontan und im privaten Kreis zusammenfinden, um die Verhältnisse in ihrem Lebensumfeld konkret zu verbessern.

Ähnlich in der Politik: Das so genannte Grassroots-Management, wie es im Vorwahlkampf vor allem bei den Kampagnen von Hillary Clinton und Barack Obama zum Einsatz kam, macht sich die Bereitschaft zur Partizipation zunutze. Basisdemokratisch und ohne an Parteien oder andere starre Strukturen gebunden zu sein, konnte und kann hier jeder Wahlkampf für seinen Kandidaten machen. Das Engagement in der eigenen Nachbarschaft, um bei Hauspartys und Barbecues andere im Gespräch für ihren politischen Kandidaten und dessen Programm zu begeistern, ist beeindruckend.

Das Internet ist dabei die Austauschplattform jeder „Graswurzel-Bewegung”. So verwundert es nicht, dass es gerade Barack Obama gelang, junge Amerikanerinnen und Amerikaner für seine Botschaften zu interessieren: Wie kein anderer hat er die Instrumente moderner Dialogkommunikation konsequent in seiner Kampagne eingesetzt und über Blogs, Mails und SMS mit den Wählern kommuniziert. Näheres dazu finden Sie in der aktuellen ProDialog-Studie „Der Einsatz von Dialogkommunikation im US-Vorwahlkampf 2007/ 2008”, die Sie hier herunterladen können.

Diese Formen modernen Dialogs können wir uns auch hier in Deutschland zunutze machen. Sie tragen nachweislich zu einer besseren Vernetzung unter den Engagierten bei, stärken das Gemeinschaftsgefühl und führen damit auch zu mehr politischem Engagement.

 
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